Historie

Die New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie (NYH) ist eine Gummiwarenfabrik, die 1870 in Barmbek bei Hamburg gegründet wurde und bis 2009 dort produzierte. Im Jahre 2009 wurde die Produktion nach Lüneburg verlagert.

Charles Goodyear entdeckte 1839 die Vulkanisation. Er experimentierte solange herum bis er die perfekte Zusammensetzung vor sich hatte. Durch Hitze konnte er das Gummi hart werden lassen. Kurze Zeit später wurde die Schleifmaschine erfunden und weitere zehn Jahre später vereinigten sich diese beiden Erfindungen bei der Herstellung eines Gerätes, indem sich dem Menschen möglicherweise zum ersten Mal der Zusammenhang von Ordnung und Schönheit erschlossen hatte: des Kamms. Arten von Kämmen gab es wohl schon zu früheren Zeiten, anfangs gebildet mit den eigenen Fingern, dann aus Holz, Metall, Nilpferdzahn, Elfenbein, Horn – und schließlich als unübertreffliches Spitzenprodukt seit 1852 aus Hartgummi.

Heinrich Adorf Meyer, Sohn eines Industriepioniers, erwarb 1851 die Patente für Europa und gründete 1856 mit Johannes Bücking und H. W. Maurien in Barmbek die Harburger Gummi-Waaren Compagnie.

Zwei ehemalige Mitarbeiter der Harburger Gummi-Kamm-Compagnie machten sich 1870 selbstständig und gründeten die New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie (NYH) in Barmbek. 1929 wurde die Harburger Gummi-Kamm-Compagnie von der NYH übernommen. 1952 wurde das Werk in Barmbek verkauft und man ließ sich komplett mit der Firma in Harburg nieder.

Ab dem Zeitpunkt wurden die Meisterstücke der Frisierkunst an Maschinen gefertigt, welche schon über ein Jahrhundert dort im Einsatz waren. Auch die Mitarbeiter in der Produktion leisteten meist schon in zweiter oder dritter Generation brillante Arbeit. Als die Produktion so richtig boomte und die NYH Anfang der Sechziger eine ihrer glücklichsten Zeiten erlebte, zählte man 1.160 Beschäftigte und es entstanden acht Millionen Gummikämme pro Jahr. Inzwischen gab es nicht mehr bloß einen Kamm. Er wurde weiterentwickelt und für die verschiedensten Einsatzbereiche produziert: Locken, Glätten, Toupieren und viele mehr. Der Kamm wurde zum Prestigeobjekt für viele. Besonders Männer sahen es als Schmuckstück, zum scheiteln und kämmen.

Diese, wegen ihrer Qualität vor allem im Friseur-Handwerk beliebten Kämme, aber auch andere Haarpflegeprodukte, sind z. B. unter dem traditionsreichen Namen Hercules Sägemann erhältlich. Wer heutzutage den goldenen Schriftzug auf einem Kamm entdeckt, kann sich sicher sein, ein Meisterwerk aus Ebonit in den Händen zu halten. Weitere Untermarken werden unter den Namen Matador oder Triumph verkauft. Auch die Produktionsmethoden, mit viel Handarbeit, blieben über Jahrzehnte bestehen. Weiterhin werden Gummi-Formteile oder Klarinetten-Mundstücke hergestellt.

2009 zog das Unternehmen, mit seinen etwas 200 Mitarbeitern in moderne Produktionsanlagen nach Lüneburg um. Die Fabrikanlage in Hamburg-Harburg an deren Standort schließlich über 150 Jahre für die Harburger Gummi-Kamm-Compagnie und die NYH produziert wurde, steht teilweise unter Denkmalschutz. In Lüneburg ist die ehemalige “Gummi-Kamm” nun modern aufgestellt und steuert als Zulieferer für namhafte Unternehmen positiv der Zukunft entgegen, in der besonders Friseure und Stylisten, aber auch der Endkonsument die Meisterwerke der Frisierkunst und deren einzigartige Qualität zu schätzen wissen und als einen festen Bestandteil für ein professionelles Arbeiten nutzen.